Authentifizierung digitaler Inhalte mit Web3-Technologien
Original, Fälschung oder von der KI erstellt?
Dieser Deepdive zeigt auf, wie Web3-Technologien zur Authentifizierung digitaler Inhalte das Vertrauen in Content stärken können – insbesondere angesichts der Gefahr von Desinformation durch KI.
Kostenfrei herunterladenDeepdive: Content-Authentifizierung mit Web3
Warum es neue Lösungen zur Authentifizierung von digitalem Content braucht und wie die Web3-Lösungen funktionieren – unter anderem das beleuchtet der Deepdive des MedienNetzwerk Bayern Thinktank.
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Diese Themen erwarten Dich im Deepdive
- Vorwort: Wahrheit im Internet und die Rolle von Web3-Technologien
- Die Herausforderung: Noch mehr Desinformation mithilfe von künstlicher Intelligenz?
- Mögliche Lösungen?: Fragen und Antworten zu Web3-Technologien zur Authentifizierung von digitalen Inhalten
- Content-Authentifizierung mit Web3-Technologien in der Praxis: Drei Fallbeispiele
- Fazit und Ausblick: Technologie allein wird die Herausforderung nicht lösen
Relevanz
Warum Content-Authentifizierung für Medien wichtig ist

Jacqueline Hoffmann
MedienNetzwerk Bayern Thinktank
„Im Rahmen von Workshops, Meetups und digitalen Sessions kristallisierte sich heraus, dass viele Medienunternehmen – vom TV-Anbieter bis zur Regionalzeitung – großen Bedarf sehen, etwas gegen die Flut an Desinformationen und Fake News in den sozialen Medien zu tun. Insbesondere, da es durch generative künstliche Intelligenz, also durch ChatGPT, Midjourney und andere Programme, noch einfacher geworden ist, täuschend echte, aber falsche und nicht authentische Inhalte zu erzeugen.“
FAQ
Diese und weitere Fragen beantwortet der Deepdive
Das Web3 bezeichnet eine technologische Weiterentwicklung des Internets, die vor allem auf Kryptografie und Blockchains basiert. Anstatt Daten auf klassischen, zentralen Servern zu speichern, nutzt es öffentliche Netzwerke, die als nahezu unmanipulierbar gelten.
In der Medienbranche dient diese Technik dazu, digitale Inhalte mit einer Art „Echtheitszertifikat“ zu versehen. Bereits bei der Erstellung erhält ein Bild oder Artikel einen fälschungssicheren digitalen Fingerabdruck, der Informationen zu Urheber:in, Ort und Zeit enthält. Da diese Daten sicher registriert werden, bleibt die Herkunft eines Inhalts transparent nachvollziehbar. Nutzer:innen können so mithilfe einfacher Tools innerhalb von Sekunden prüfen, ob ein Medium echt ist oder durch KI manipuliert wurde, was das Vertrauen in digitale Informationen stärkt.
Technisch erfolgt dies meist in drei Schritten: Zunächst erhält der Inhalt bei der Erstellung einen digitalen Fingerabdruck durch Signierung und Zuweisung eines Hashwerts. Dieser Fingerabdruck wird anschließend sicher auf einer öffentlichen Blockchain gespeichert. Schließlich können Nutzer:innen über Icons oder Tools wie „Verify“ die Provenienz-Daten (Herkunfts-Daten) abrufen und die Authentizität des Inhalts verifizieren.
Die Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA) ist ein Zusammenschluss großer Unternehmen wie Adobe, Microsoft und der BBC, die gemeinsam einen offenen Industriestandard zur Bekämpfung von Desinformation entwickelt haben. Dieser technische Standard ermöglicht es, digitale Inhalte wie Bilder oder Videos mit fälschungssicheren Metadaten und kryptografischen Signaturen zu verknüpfen, die auch als „Content Credentials“ bezeichnet werden. Das ermöglicht es, dass Informationen über die Herkunft eines Inhalts – also wer ihn wann, wo und mit welcher Hardware erstellt hat – direkt in die Datei eingebettet werden können. Da die technischen Spezifikationen unter einer freien Lizenz veröffentlicht wurden, können Entwickler:innen weltweit darauf aufbauen, um Tools zu erstellen, mit denen Nutzer:innen die Echtheit digitaler Medien unkompliziert überprüfen können.
Ja, das Startup Valid beispielsweise nutzt Web3-Technologien, damit Verlage ihre Artikel mit einem kryptografischen Schlüssel digital signieren und auf einer Blockchain hinterlegen können. Leser:innen können so jederzeit die Authentizität der Quelle prüfen und sicherstellen, dass sie das unveränderte Original vor sich haben. Da der Text mathematisch mit seinem digitalen Fingerabdruck verknüpft ist, würde jede nachträgliche Manipulation sofort auffallen, da die Prüfsummen nicht mehr übereinstimmen würden. Bei Aktualisierungen wird der Artikel einfach neu signiert, sodass transparent nachvollziehbar bleibt, ob man die aktuellste, vom Verlag autorisierte Version liest.
Web3-Technologien machen das Internet zwar nicht automatisch fälschungssicher, bieten aber durch Kryptografie und Blockchains neue Werkzeuge, um die Echtheit und Herkunft digitaler Inhalte transparent nachzuweisen. Mit diesen Technologien lassen sich digitale „Echtheitszertifikate“ erstellen, die Manipulationen sofort erkennbar machen, da bereits die Änderung eines einzelnen Pixels den gespeicherten digitalen Fingerabdruck ungültig werden lässt. Während diese Lösungen helfen, echte Inhalte von KI-Fälschungen zu unterscheiden, bleibt dennoch die zusätzliche Vermittlung von Medienkompetenz und professionelles Fact-Checking unerlässlich, um die Glaubwürdigkeit von Informationen langfristig zu sichern.






