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Daten-Revolution

Die Daten-Revolution

Von Stefanie Heyduck

Der Siegeszug der smarten Lautsprecher lässt sich nicht mehr aufhalten. Sie erleichtern uns die Bedienung von Technik und unseren Alltag, indem ihre Sensoren Daten auswerten. Davon profitieren auch Medienmacher.

Marco Maas

Mit dem Einzug der kleinen schlauen Lautsprecher wie Alexa, Google Assistant und Apples Homepod schafft es das Internet der Dinge in unsere Wohnungen und Häuser. Über 12 Millionen Deutsche holen sich heute schon Unterstützung von Smart Speakern. Tendenz steigend.

Die Sprachassistenten werden intelligenter, je mehr Daten sie über ihre Nutzer sammeln. Per App oder Sprachbefehl wird unser Zuhause zu einem Smart Home. Wenn der Ortungssensor im Smartphone weiß, wann ich mich meinem Haus nähere, heizt das System schon mal die Wohnung vor, fährt die Rollläden hoch oder knipst die Lichter im Flur an.

Daten im Dienste der Journalisten

Für diese Informationen werkeln in einem Smartphone über 14 Sensoren. Was Journalisten oder Verleger davon haben? Damit beschäftigt sich Marco Maas, Geschäftsführer der Datenfreunde GmbH, intensiv. Er ist sich sicher: „Die sprachliche Interaktion wird unsere Mediennutzung revolutionieren, der Nutzen wird überwiegen.“ Mit dem Pilotprojekt „xMinutes“ etwa haben er und sein Team eine Plattform geschaffen, die Nutzern „die richtige Information zur richtigen Zeit im richtigen Format“ liefern will.

Dass sich Nachrichtenformate an die Nutzungssituation jedes Einzelnen anpassen, sieht Maas als enormen Mehrwert für die Medienbranche. „Morgens startet Alexa einen Überblick mit kurzen Nachrichten zum Aufwachen. Beim Zähneputzen schaue ich über einen smarten Badezimmerspiegel Tagesschau in 100 Sekunden. Bemerken die Feuchtigkeitssensoren im Bad, dass ich dusche, schaltet die Berichterstattung automatisch um auf Audio“, zeichnet Maas ein mögliches Szenario.

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Auch Displays in der Wand oder auf der Klappe der Mikrowelle seien vorstellbar. In Zukunft wandere das Informationsangebot mit unserer Aufmerksamkeit und nicht umgekehrt. Die Tatsache, dass Ikea und der Audiohersteller Sonos gemeinsam an neuen Möbelkonzepten arbeiten, ist einer von vielen Belegen, dass smarte Lautsprecher und Sprachassistenten im Mainstream angekommen sind. Und dieser wird auch vor der Medienbranche nicht Halt machen. „Das Nutzerverhalten wird sich komplett ändern. Wenn wir in Zukunft einen Raum betreten, werden wir erwarten, dass wir Antwort bekommen,“ so Maas.

Keine Angst vor Daten

Doch keine Diskussion über Daten, Sensoren, virtuelle Assistenten und künstliche Intelligenz ohne das Thema Sicherheit und Datenschutz. Erst im November führte der Sicherheitsanbieter Avast die Konsequenzen auf dem WebSummit in Lissabon eindrucksvoll vor. Über das unveränderte Standardpasswort einer Webkamera, welches im Handbuch dokumentiert war, erlangte der Hacker schnell Zugriff auf das komplette Smart Home. Er konnte sich in Ruhe im Wohnzimmer umsehen: iPad, Smart TV, Alexa, Sonos, ein intelligenter Thermostat und die Alarmanlage warteten wehrlos auf die Befehle des digitalen Eindringlings.

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Wenn aber Hersteller verantwortungsbewusst verschlüsseln und Nutzer aufmerksam bei der Einrichtung ihres Smart Home vorgehen, sind das keine unüberwindbaren Hürden auf dem Weg zum „Ambient Journalismus“.

Für die Medienbranche sieht Marco Maas einen Vorteil darin, die Angebote von Google oder Amazon zu nutzen. Während ein Verlag von jedem einzelnen Nutzer DSGVO-konform Einverständnis einholen muss, haben Google & Co. das bereits geregelt. Maas sieht darin keine Abhängigkeit von fremden Plattformen, sondern die Möglichkeit, mehr Leser, Hörer und Zuschauer zu erreichen: „Als einzelner Publisher haben sie keine Chance, ihre Nutzer jemals so gut kennenzulernen.“

Am 6. Dezember 2018 spricht Marco Maas bei der Fachkonferenz media meets SMART HOME im Haus der Bayerischen Wirtschaft.

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