Vom Networking-Space zum Grimme-Preis: Wie aus Vernetzung herausragende Dokus wachsen
von Giulia Neumeyer, 6. Mai 2026
Die RTLzwei-Produktion „Hass. Hetze. Hoffnung“ ist mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden. Der Film beleuchtet eindringlich die gesellschaftlichen Dynamiken von digitaler Gewalt und Ausgrenzung. Ein Blick auf die Entstehungsgeschichte zeigt, wie wichtig frühe Förderprogramme für den Erfolg qualitativer Formate sind: Die Wurzeln des Projekts liegen in einer Kreativwerkstatt in München, die, neben dem Medienboard Berlin-Brandenburg, auch wir als MedienNetzwerk Bayern gefördert haben.
Das Doku Lab als Inkubator
Im Jahr 2021 startete der Sender RTLzwei das sogenannte „Doku Lab“. Ein Projekt, dessen Startschuss mitten in die unberechenbare Anfangszeit der Pandemie fiel. Ob die Umsetzung tatsächlich vor Ort und in Person möglich sein würde, stand damals auf der Kippe – doch es hat zum Glück geklappt.
Umso schöner, dass das Projekt belohnt wurde, denn Ziel der Initiative war es gerade, Autor:innen, Produktionsfirmen sowie jungen Talenten einen echten, persönlichen Rahmen zu bieten, um innovative Dokumentarfilmkonzepte zu entwickeln. Aus 130 Einreichungen wählte eine unabhängige Fachjury damals neun vielversprechende Ideen für die Förderung aus.
Schon zu diesem Zeitpunkt lag ein deutlicher Fokus der Filmschaffenden auf drängenden gesellschaftlichen Fragen, darunter explizit auch Phänomene rund um Social Media, Hass und Ausgrenzung.
Ein Raum für Innovation und Vernetzung
Das Doku Lab verstand sich von Beginn an als Networking-Space und Kreativwerkstatt, in der Doku-Filmer:innen gemeinsam an innovativen Konzepten arbeiten konnten. Das MedienNetzwerk Bayern unterstützte diese Entwicklungsphase der Master Classes als Partner und stellte zudem die Räumlichkeiten zur Verfügung. Magnus Gebauer begleitete das Projekt damals auf Seiten des MedienNetzwerk Bayern, Konstanze Beyer und Jörg Neunecker setzten das Doku Lab von RTLzwei aus um.
In drei eintägigen Workshops konnten sich die aufstrebenden Talente mit Branchenfachleuten und der Senderredaktion austauschen und ihre Stoffe entscheidend schärfen. In Workshops wie dem des mehrfachen Grimme-Preisträgers Christian Beetz in unserem damaligen Eventspace wurden die Kreativen in der praktischen Umsetzung unterstützt.
Einen ausführlichen Rückblick zum Doku Lab findest Du ebenfalls auf unserem Blog. Hier kommst Du direkt zum Artikel!
Ein Plädoyer für frühe Förderung
Der Grimme-Preis für „Hass. Hetze. Hoffnung“ zeichnet in erster Linie die erstklassige journalistische und filmische Leistung der Macherinnen und Macher aus. Gleichzeitig verdeutlicht der Weg von der ersten Skizze im Doku Lab bis zur Preisverleihung, wie essenziell frühe Förderprogramme, Ressourcen und interdisziplinäre Netzwerke für die Medienbranche sind. Starke Inhalte brauchen Raum, Zeit und den richtigen Rahmen, um ihr volles Potenzial entfalten zu können.






