Post Format Era
Einst galt: Ein Inhalt, eine Form, ein Kanal. 2026 lösen sich diese festen Grenzen endgültig auf. Was bedeutet Liquid Content für Medien?
Vertical Drama, Real-Life-Rituale, Microverses: Im Spannungsfeld zwischen technischer Innovation und globalen Herausforderungen formt sich eine neue Medienrealität. Was bedeutet das für die Branche?
Wir ordnen die Entwicklungen für euch ein und präsentieren die wichtigsten Trends für das Medienjahr 2026. So behaltet ihr den Überblick und erkennt Potenziale frühzeitig.
Die Medienlandschaft entwickelt sich kontinuierlich weiter, getrieben von technologischen Innovationen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Während die Jahre 2023 und 2024 noch stark von der Einführung generativer KI, Nachrichtenvermeidung und globalen Krisen geprägt waren, bildete 2025 die Brücke zur Akzeptanz autonomer KI-Agenten. Das Jahr 2026 markiert einen entscheidenden Wendepunkt: KI ist längst keine Neuheit mehr, sondern unsichtbare Infrastruktur, die eine radikale Veränderung der Mediennutzung ermöglicht.
Wir bewegen uns weg von starren Strukturen hin zu einem „Fluiden Medienerleben“: In der „Post Format Era“ lösen sich klassische Formate auf und werden zu „Liquid Content“, der sich multimodal an die Bedürfnisse der Nutzer:innen anpasst – vom „Vertical Drama“ bis zum KI-gesteuerten „Closed Commerce“.
Parallel dazu wächst die Sehnsucht nach dem Echten. In einer digitalisierten Welt werden „Menschliche Ankerpunkte“ zur härtesten Währung. Vertrauen, „Real-Life-Rituale“ und authentische Perspektivenvielfalt bilden den notwendigen Gegenpol zur technischen Perfektion.
Zudem wandelt sich die Kommunikation zu „Nähe statt Masse“. Die Ära der anonymen Reichweiten-Bespaßung endet; stattdessen verlagert sich der Austausch in geschlossene „Microverses“ und dialogorientierte Kanäle („Ping Pong Media“), in denen echte Interaktion wichtiger ist als die bloße Zahl der Follower:innen.
Medientrends
Die Medienlandschaft befindet sich im ständigen Wandel – unter anderem aufgrund der Digitalisierung und gegenwärtigen Krisen. Aus diesem Grund blicken wir jedes Jahr erneut darauf, welche Medientrends für die Branche besonders relevant sind.
Gesellschaftliche und technologische Entwicklungen verändern die Anforderungen an Unternehmen. Der Überblick über die wichtigsten Medientrends hilft dabei, dass Medienunternehmen zukunftsfähig bleiben.
Das Jahr 2026 ist geprägt durch drei Übertrends: Fluides Medienerleben, menschliche Ankerpunkte und Nähe statt Masse. Dazu zählen Trends wie Vertical Drama, Sound of Trust und Microverses.
Der wichtigste Trend bleibt Short Content (kurze Videos) auf Plattformen wie TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts. Innerhalb dieses Formats boomen aktuell besonders Vertical Dramas. Die fiktionalen Mini-Serien im Hochformat zeichnen sich durch ein extrem schnelles Erzähltempo und Cliffhanger am Ende jeder Episode aus. Damit entwickeln sich soziale Netzwerke zunehmend zu „Pocket-TV“-Plattformen, die klassische Serien-Unterhaltung in Smartphone-gerechten Häppchen bieten.
Klassisches Radio und Audio. Laut der IU-Studie 2025 genießt das Radio mit einem Wert von über 80 Prozent das höchste Vertrauen und gilt als „High Trust“-Raum, während rein visuelle Kanäle wie Social Media stagnieren. Der Grund liegt in der Biologie: Das Gehör dient als intuitiver Kompass für die „akustische Wahrheit“, da das Gehirn in Millisekunden über Glaubwürdigkeit entscheidet.
Medientrends
Für weitere Informationen zu unseren Medientrends kannst du dich gern an Jacqueline oder Magnus wenden. Bei Interesse kommen wir auch gern in Medienhäusern vorbei, um branchenspezifisch oder -übergreifend aktuelle Medientrends vorzustellen und Chancen sowie Herausforderungen zu diskutieren.
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