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Netzwerken digital – Magdalena Rogl und Marco Eisenack

Gutes Networking braucht den physischen und den digitalen Austausch. Doch was, wenn das Treffen bei Veranstaltungen oder auch der spontane gemeinsame Kaffee wegfällt? Worauf es ankommt, wenn Netzwerken komplett digital wird und wie sich die Netzwerkpflege ändert, haben uns Vernetzungs-Profis aus der bayerischen Medien-, Tech- und Digitalbranche verraten. Heute im Interview: Magdalena Rogl, Head of Digital Channels bei Microsoft Germany, und Marco Eisenack, Journalist, Medienmacher, Moderator und Innovator.

Welche Relevanz hat das Thema Netzwerken, wenn man auf soziale Distanz gehen muss?

Magdalena Rogl: Ein Punkt ist mir vorab ganz wichtig: Auch wenn die aktuelle Zeit sehr herausfordernd ist – wir gehen nicht auf soziale Distanz, sondern auf physische Distanz. Aber genau das Wording zeigt, wie wichtig das Netzwerken gerade ist. Ich glaube, es gibt viele Möglichkeiten, die zufälligen Gespräche beim Kaffee holen, die Treffen auf Events, die Lunch-Dates, die gerade nicht stattfinden können, zu digitalisieren. Wir müssen eben ein bisschen neu denken und kreativ sein.

Ich finde es spannend zu sehen, wie von Tag zu Tag neue Ideen und Formate entstehen und ich denke, viele davon werden wir auch in Zukunft mehr nutzen.

Magdalena Rogl

Marco Eisenack: Gerade in Zeiten der Quarantäne fängt mich mein Netzwerk im wahrsten Sinne des Wortes auf, da es mir gelingt, gewisse Effekte abzufedern. In Krisenzeiten sind verlässliche Partnerschaften, ein möglichst breites Spektrum von Vertrauenspersonen und interdisziplinäre Kontakte so wichtig, um Kollaborationen zu starten und gemeinsam neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Wie wird die aktuelle Situation das Thema Netzwerken künftig beeinflussen?

Madgalena: Ich glaube, wir lernen gerade alle wahnsinnig viel – über uns selbst, über andere, über neue Möglichkeiten. Ich finde es spannend zu sehen, wie von Tag zu Tag neue Ideen und Formate entstehen und ich denke, viele davon werden wir auch in Zukunft mehr nutzen.

Magdalena Rogl

Marco: Ich sehe vor allem positive Aspekte: Die Digitalisierung von Branchentreffen, Meetups und Events wird große Schritte nach vorne machen. Wir werden dadurch lernen, effizienter mit unserer Zeit umzugehen. Endlich wird es nicht mehr notwendig sein, die Abende in Konferenzräumen zu verbringen. Stattdessen klicke ich mich für ein kurzes Wiedersehen in eine Video-Konferenz und widme mich danach wieder meiner Familie.

Was ist momentan dein wichtigstes Tool zum Netzwerken?

Madgalena: Für mich stehen gerade Microsoft Teams und Twitter an erster Stelle. Über Teams mache ich alles Berufliche, Meetings, Teamarbeit, Networking. Twitter ist mein Info- und Austauschkanal. Hier lese ich Nachrichten, halte mich auf dem Laufenden und teile Gedanken. Interessanterweise hat Facebook für mich vor allem privat wieder mehr Bedeutung bekommen. Ich mache hier Video-Chat-Abende mit Freund*innen und Familie – und vielen lustigen Filtern.

Marco: Es gibt nicht das eine Tool. Jede Gruppe hat aufgrund ihrer spezifischen Bedingungen eine eigene Infrastruktur. LinkedIn wird im B2B-Bereich natürlich immer stärker. Aber auch WhatsApp ist mit seiner simplen Funktionsweise in vielen Fällen hilfreich, insbesondere, um kurze Impulse zu geben. Leider kann man aber auch auf Facebook nicht verzichten. Meine neuen Lieblingstools sind aber Zoom.us für Videokonferenzen und Slack für die interne Kommunikation im Team.

Die Digitalisierung von Branchentreffen, Meetups und Events wird große Schritte nach vorne machen. Wir werden dadurch lernen, effizienter mit unserer Zeit umzugehen.

Marco Eisenack

Netzwerken von Zuhause aus: Was sollte man beachten?

Magdalena: Ich glaube, das Wichtigste ist, sich bewusst Zeit dafür zu nehmen. Durch das Dauer-Homeoffice gerät man schnell in Versuchung, durchgehend zu arbeiten. Wir haben uns als Team zum Beispiel einen täglichen Termin zum „Social Coffee Chat“ eingestellt. Da tauschen wir uns aus, erzählen, teilen Gedanken – aber bewusst nichts Berufliches. Und beim Video-Chat-Abend hat sich bei mir ein Stativ als sehr praktisch erwiesen – so kann ich es mir auf der Couch gemütlich machen und nebenher essen und (Wein) trinken.

Marco Eisenack

Marco: Ich empfehle, auf Remote zu setzen. Direkte Anrufe und auch Video-Calls sind mit vielen Alltagssituationen im Homeoffice nicht kompatibel. Viele möchten ihre Privatsphäre einfach doch weiterhin bewahren und nicht Kind und Kegel in die berufliche Kommunikation einbeziehen. Zeitversetzte Kommunikation mit Text oder Sprachnachrichten hilft da sehr.

Die Tipps gibt es im Zwei-Tages-Rhythmus. Übermorgen bei „Netzwerken digital“: Ronit Wolf, Gründerin und Kopf des Münchner Science & Fiction Festivals, gelernte Illustratorin, Kreativkopf und Hardcore-Vernetzerin, und André Eckert, Art Director Digital & Motion, Micropol Design und Münchner Botschafter der Unicorns in Tech.

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